Wenn Fische schreien könnten...

" Wenn Fische schreien  könnten... Albert  Schweizer schreibt  in seinen  Lebenserinnerungen, wie sehr ihn  in seiner  Kindheit die sich beim Angeln  am Haken  windenden Würmer  und das  Töten der Fische  erschüttert  hat. Nach  zweimaligem Angeln habe er  nicht  mehr  mitgemacht und  andere  aus Mitgefühl  versucht  vom  Angeln  abzuhalten. (1) Die Tatsache, dass Menschen bestimmte Fischarten als "Haustiere" betrachten, andere wiederum als "Sport"objekte oder  Lebensmittel,  ist nur  einer  der Widersprüche  unserer Gesellschaft in Bezug  auf Tiere. Inzwischen ist es  unumstritten und  wissenschaftlich  bewiesen,  dass Fische  Streß  und Schmerz empfinden  können. (2) Aus diesem Grund sollte man  Fischen den  gleichen  Schutz  vor Leid angedeihen lassen wie allen  anderen  Tieren  auch.  Trotzdem leiden und  sterben Millionen  Fische alljährlich durch  die  kommerzielle  Fischfangindustrie,  werden  von  Amateuren beim "Sportangeln" oder  von Menschen,  die "zur Erholung" fischen, getötet. Wenn  Fische schreien  könnten,  würde niemand  mehr  Fisch essen. (1) Schweitzer, Albert, " Die Ehrfurcht vor dem Leben -  Grundtexte  aus  fünf  Jahrzehnten". 1966,  (2) Lynne U. Sneddon, "The evidence for  pain in fish; Applied Animal Behavour Science 83 (2003)

 

Der Text  stammt  aus  einem Flugblatt  von PETA  mit der Überschift: Angeln und  Fischen: Todeskampf  im Wasser

 


 

Fotografien zum Thema Essen von Dorothea Weisel

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CONTRASTE Nr. 334/335 (Sommer 2012) - Schwerpunktthema Urban Gardening

POSTFOSSILE STADTGESTALTUNG

 

Biotop und Soziotop zugleich: Urbane Gärten

 

Von Insa Pohlenga und Ariane Dettloff, Redaktion Köln

An vielen Orten in Deutschland, Europa und überall auf der Welt sprießen zur Zeit Gemüseflächen aus dem Boden. Das ist in der menschlichen Zivilisationsgeschichte nichts Neues, Gemüse baut mensch schon seit rund 12.000 Jahren an, und nicht von ungefähr wird von jeher das Paradies als Garten imaginiert, als »Garten Eden« eben.

Doch in der städtischen Gartengeschichte ändert sich gerade einiges, es gibt nicht nur eine neue Vielfalt in den Bepflanzungsformen, auf Hochbeeten oder Vertikalbeeten, auch die »Vielfalt« der GärtnerInnen ist gestiegen. Ein wirklich wichtiger Unterschied zum althergebrachten Parzellen-Anbau ist, dass sich die neue Form des Gemüseanbaus als Gartenbewegung definiert. In vielen Projekten nehmen die GärtnerInnen die Hacke nicht aus finanzieller Notwendigkeit in die Hand, sondern aus ökologischem Interesse und aus dem Willen heraus, selbst mehr über den unmittelbaren Lebensraum in der Stadt zu bestimmen. Doch es gibt auch Beispiele, in denen verwaiste Städte und Industriebrachen zunächst aus wirtschaftlicher Notwendigkeit beackert werden, woraus sich dann ein politisches Bewusstsein entwickelt. Das ist im Artikel über Detroit geschildert.

Was alle diese städtischen Gärten gemeinsam haben, ist ihr Standort: ungenutzte, meist Beton- oder Schutt-überlagerte Flächen. Deswegen werden die Pflanzen in Kübeln oder Hochbeeten angebaut, wie es auch am Beispiel des Kölner »Neulands« zu sehen ist. Der Anbau erfolgt immer biologisch und weitgehend klimaneutral. Die »Nahesser« verbrauchen keinen Sprit für elend weite Transportstrecken, Maschinen werden nicht eingesetzt. Die StadtfarmerInnen behalten die Kontrolle über die Bodenbehandlung und den gesamten Wachstumszyklus. Ein Schritt in Richtung Nahrungssouveränität, der angesichts von globaler Finanzkrise und Lebensmittelspekulation nicht nur sinnvoll, sondern außerdem noch lustvoll daherkommt: ein Element von »buen vivir«. Besonders in dem Beitrag von Xenofon Zissis, Ingenieur und Mitbegründer eines urbanen Gartens in Thessaloniki, wird das deutlich.

Viele der urbanen Gärten wurden ursprünglich besetzt und mit Blumenkübeln geradezu belegt. Im nächsten Schritt wird in den meisten Fällen mit dem Eigentümer oder der Eigentümerin der Fläche ein Zwischennutzungsvertrag ausgehandelt. Es gibt aber auch Projekte, in denen die aktiven GärtnerInnen keine Verhandlungen eingehen, sondern ihre Mobilität insofern ausnutzen, dass sie mit ihren Gärten von Brachfläche zu Betonbrache ziehen. Beim gemeinsamen Gärtnern werden zudem oft basisdemokratische Umgangsformen geübt und gepflegt, bei der Entscheidungsfindung oder dem Aufteilen des Ertrags.

Dass Städte nicht per definitionem Orte des passiven Konsums sind, sondern auch Schauplatz von kreativen Neuaneignungen, der immaterielle wie materielle Dimensionen hat, macht die Bewegung der urbanen GärtnerInnen deutlich. »Menschen ohne Naturerfahrungen drohen seelisch zu verkümmern. Das Glück, das Menschen empfinden, wenn sie in Berührung mit Natur sind, ist Ausdruck davon, dass wir uns aufgehoben und getragen fühlen im Lebendigen in uns. So lässt sich die Kernthese einer neuen Richtung in den Lebenswissenschaften auf den Punkt bringen, die zu dem Ergebnis kommt, dass der Verlust der Natur - im Alltag der Stadt, aber auch der Verlust der Artenvielfalt - mehr bedeutet als eine klimatische Katastrophe.

Der Biologe und Philosoph Andreas Weber warnt: »Dem Menschen droht ein emotionaler Verlust, der die Grundstruktur seines Wesens angreift.« Über die Urban-Gardening-Bewegung und darüber, ob das trendige städtische Gärtnern eher eine versponnene Utopie oder eine reelle Zukunftsmöglichkeit ist, sprach CONTRASTE mit der Soziologin und Autorin Christa Müller, die im übrigen auch warnt, das Gärtnern könne seitens neoliberaler Politik missbraucht werden, um weiter in noch bestehenden Sozialsystemen zu wildern: »Dieser Ambivalenz muss man sich bewusst sein, wenn man dafür plädiert, die öffentlichen Räume für Eigeninitiative und Selbstversorgung zu vergrößern.«

 

Bis auf die jeweilige Titelseite, den Terminkalender sowie die Kleinanzeigen sind die auf der Webseite vorgestellten Beiträge nicht online zu lesen. CONTRASTE ist auf Abonnements der Printausgabe angewiesen, damit die Zeitung als Projekt überleben kann.

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Das Projekt TEA FOR TREE hat seine Wurzeln in dem Buch „L`homme qui plantait des arbres“ (Der Mann der Bäume pflanzte) von Jean Giono, erschienen 1949. Giono berichtet von einem Menschen, der alleine in einer lebensfeindlichen Landschaft lebt, und das Fehlen von Bäumen als ursächliches Problem dieser feindseligen Natur erkannt hat. Um dieses Problem zu lösen, sät er jeden Tag mehrere Dutzend Eichen aus; er arbeitet als Schäfer und kann die Aussaat deswegen perfekt in seine Berufstätigkeit integrieren. Auf diese Weise erschafft dieser Mann langsam und mit viel Geduld im Zeitraum mehrerer Jahrzehnte einen wunderschönen Wald und das Leben kehrt in dieses Land zurück.


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...Ausführliche Informationen zur Projektidee, zu konkreten Aktionen, Bilder zur Kunst und vieles mehr finden Sie unter der Internet-Seite: www.teafortree.de

KONTAKT
Martin Welzel
www.teafortree.de